• Kristof Reuther

Rückblick auf das 1. Symposium zur nachhaltigen Bewirtschaftung

Aktualisiert: 10. Nov 2019

Am Freitag, den 27. September 2019, wurde der Film Fluss.Mensch.Zukunft. gezeigt; Georg Holzer hielt einen Vortrag zur Bewirtschaftung von Fließgewässern.


35 Teilnehmer, allesamt in Vereinen am Inn organisiert, trafen sich in der Fischzucht des Fischereivereins Bad Feilnbach in Bayern, um sich über ihre Bewirtschaftungsmethoden und neue Möglichkeiten dieser auszutauschen. Durch einen Fachvortrag von Georg Holzer und eine Filmvorführung von "Fluss.Mensch.Zukunft." entstand eine konstruktive Diskussionsrunde.

Nach Georg Holzer unterliegen die Gewässer besonders folgenden Faktoren: 1. Lebensraum 2. Wasserkraft 3. Fischereiliche Bewirtschaftung 4. Prädation

Rückblick

Im ersten Teil des Abends wird der Film „Fluss.Mensch.Zukunft.“ von Kristof Reuther und Lukas Kirchgäßner gezeigt. In diesem geht es um die nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung von Fließgewässern, ein selbst initiiertes Projekt, welches durch die Hochschule Weihenstephan- Triesdorf gefördert wurde.

Im Anschluss daran beginnt mit Georg Holzer mit dem ersten seiner drei Vortragsblöcke, der sich mit allgemeinen Aussagen zur Bewirtschaftung befasst. So stehe ein intakter Lebensraum beispielsweise immer vor einem möglichen Fischbesatz. Seit ca 1990 spielt in der Fischbiologie auch die Genetik eine Rolle. Seitdem wird versucht Lokalrassen zu schützen und zu erhalten. Von der Forelle gibt es 5 biogeographische Linien in Europa.


In den hiesigen Fischzuchten wird meist die Atlantische Linie verwendet, welche sich durch ihre Größe auszeichnet. Jedes Flusseinzugsgebiet hat seine eigene Linie. Berechnet werden kann mithilfe der Genetik die effektive Populationsgröße und die genetische Variabilität. Um diese Fakten an seinem eigenen Gewässer zu sammeln werden mindestens 25 Männchen und 25 Weibchen (Wildfische) benötigt. Auch durch künstliche Vermehrung können Wildfischpopulationen erhalten werden.

Die Folgen der Domestizierung durch Züchter, Zuchttechnik und die dortigen Lebensbedingungen führen zu Änderungen in der Eizahl, Aggressivität, Fluchtreflexen, Laichzeiten und Größe. Der Reproduktionserfolg von Kreuzungen kann sich beinahe halbieren. Die natürliche Partnerwahl, die in der Natur von immenser Bedeutung ist, findet in der Fischzucht nicht statt. Kaum ein Gewässer ist nicht von der Durchmischung betroffen, wobei Besatz eigentlich nur in stark beeinflussten Gewässern praktiziert werden sollte.


Nicht beachtet wird bei den meisten Bewirtschaftern der Fakt, dass es praktisch keinen Unterschied zwischen Besatzfisch und Speisefisch gibt.

Der zweite Block des Fachvortrages handelt von Abstreifterminen, Eiqualität und der Sensibilität von Wildfischen.

Im dritten Block werden unterschiedliche Brutboxensystem verglichen und ein Überblick über die Grundsätze solcher Besatzmaßnahmen geschaffen. Wichtig ist beispielsweise, woher die Eier bezogen werden, da unterschiedliche Züchter Eier mit unterschiedlichen Überlebensraten hervorbringen können. Weitere Faktoren sind der Transport, das Eistadium, Temperaturunterschiede, Eianzahl und Hochwasserereignisse, bei der Brutboxen gesichert eingebracht werden können.

Zusammenfassend beschreibt Georg Holzer die „alternative Gewässerbewirtschaftung“ als eine Methode beeinflusster Gewässer für 5 bis 10 Jahre, im Anschluss daran sollte der Fischbestand selbsterhaltend sein, sofern Regulative und äußere Einflüsse angepasst, bzw. minimiert sind.


Diskussion Die Diskussion ist geprägt von Themen wie Catch & Release, vor allem dem Umgang mit adulten Fischen, die wichtig für eine Population sind. Weiter wird der Fokus auf den Inn gelegt und potenziell Handlungsmöglichkeiten angezeigt, wie beispielsweise die Anbindung der Seitengewässer.


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